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Kurzzeiteinsatz mit lebenslangen Auswirkungen

Es war Samstag, der 4. Februar, an dem wir seit langer Zeit wieder ein Treffen mit Ehemaligen durchgeführt haben. 15 Teilnehmer verbrachten diesen Tag mit uns. Das Programm war reichhaltig, wobei die Zeit des Austauschens besonders interessant war. Zu dieser Gelegenheit hat jeder einen Gegenstand vorgestellt, der ihn an seinen Missionseinsatz erinnert: Fotoalben, ausgefallene Gegenstände…

Sie sind gegangen

Christel war 2001 als Lehrerin in Namibia, Brigitte vor 18 Jahren in Niger. Jacques und seine Frau sind 1980 für ein Jahr nach Benin gegangen. Deborah hat 2012 sechs Monate lang als Lehrerin an einem Gymnasium unterrichter. Isalyne und ihr Mann haben sich 2014-2015 18 Monate lang in Zusammenhang mit SIM-Education und Sports-Friends in Niger engagiert… Ruth ist nach Malawi gegangen, um mit Kindern zu arbeiten. Cornelia war auch in Niger. Die Liste ist lang. So viele Erfahrungen und verschiedene Lebenswege! Und dennoch!

Und dennoch haben alle etwas gemeinsam, und zwar, dass sie sich auf eine neue Herausforderung, auf Unbekanntes eingelassen haben: einen Kurzzeit-Missionseinsatz. Eine Entscheidung, die sich auf das ganze Leben auswirkt. Missionar zu sein birgt in sich die Möglichkeit, sich selbst besser zu verstehen, seine eigene Kultur mit anderen Augen zu sehen und den Reichtum einer anderen zu entdecken… Und wenn man selbst einmal die Erfahrung gemacht hat, ist es viel leichter, diejenigen zu verstehen, die gehen und diejenigen, die zurückkehren.

Was ihnen in Erinnerung bleibt

Viele sind beeindruckt von den entstandenen Beziehungen mit Einheimischen und Leitern sowie von der Weise, wie sie vor Ort aufgenommen wurden. Christel hat den Kontakt zu einer engen Freundin und dem Pastor der Gemeinde aufrecht erhalten. Die Demut und die Liebe, die man ihr während ihres Afrika-Aufenthaltes entgegengebracht hat, haben sich tief bei ihr eingeprägt. Für Isalyne sind es die Auswirkungen der ausserschulischen Sportstunden, die sie vor mehreren Jahren eingeführt haben, und die weiterreichen. Jacques stellt fest, dass viele Aspekte, die er damals vor Ort als negativ empfunden hatte, ihm im Nachhinein ein Hilfe waren. „Zurzeit bin ich Pastor in einer multikulturellen Gemeinde. Der Missionseinsatz hat mir geholfen, in meinem Dienst heute nicht aufzugeben.“

Der Schock beim Nachhausekommen

Alle waren sich einig, dass es den Schock beim Zurückkommen wirklich gibt. Man muss sich wieder an die vollen Regale in den Supermärkten gewöhnen. Man muss sich wieder an die Schweizer Pünktlichkeit anpassen. Dann hat man Angst vor den Fragen und den Erwartungen seiner Schweizer Freunde. Und man muss sich auch mit all den Änderungen auseinandersetzen, die sich in der Abwesenheit eingestellt haben… Man muss damit zurechtkommen, wenn die Freunde für die gemachten Erfahrungen nicht empfänglich sind. „Wir haben den Kopf noch voll von Eindrücken, während die anderen bereits eine Seite weiter sind.“

Dieser bereichernde Austausch zeigt, dass jeder die Dinge etwas anders erlebt: sowohl die Abreise, als auch die Zeit des Einsatzes und die Rückkehr. Es ist klar, dass ein solcher Missionseinsatz mit einer Berufung Gottes in einem Abschnitt unseres Lebens verbunden ist. Das ist sehr persönlich, ein einzigartiges Ereignis in der Beziehung zu Gott. Den teilnehmenden Personen, die ehrlich und einfach über ihre Gedanken zu ihrem Missionsabenteuer geteilt haben, ein herzliches Dankeschön!

Joëlle Lehmann

 

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