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Zwei Monate in Afrika

Wir haben David anfangs 2019 getroffen: ein junger Mann, der Energie und Begeisterung ausstrahlt. Er hat zwei Monate lang an einem Spital in Afrika praktische Hilfe geleistet. Wieder zurück in der Schweiz antwortet er auf ein paar Fragen, die wir ihm gestellt haben.

Warum sich für die Mission engagieren?

Jesus selber hat uns aufgetragen, allen Menschen zu erzählen, dass es ihn gibt und den Menschen zu erklären, dass er uns lieb hat und unsere Rettung ist. Es ist schön, die Möglichkeit zu haben, anderen von der einzigartigen Beziehung, welche ich zu Gott habe, erzählen zu dürfen. Oftmals braucht es auch Überwindung, egal ob es sich um jemanden in einem fernen Land handelt oder um die Nachbarin von nebenan. Dennoch, wenn wir ehrlich sind, liegt es eigentlich auf der Hand, dass auch wir die gute Botschaft, die uns jemand erzählt hat, weitergeben.

 

Was war deine grösste Herausforderung? 

Nach gut einem Monat hat es angefangen mich sehr zu nerven, dass in der Kultur, in der ich mich bewegte, so viele Dinge unterschwellig kommuniziert werden und nicht einfach gesagt wurde, was man möchte. Das hat mich manchmal ganz kribbelig gemacht, und ich musste mich anstrengen, dass ich meinen Ärger nicht auf mein Gegenüber übertrage.

 

Wenn du eine Geschichte wählen müsstest?

Uns gingen einmal die Dübel aus, und ich konnte nicht mehr weiterarbeiten. Ein anderer Missionar erfuhr davon und versprach mir am Telefon, dass er gleich jemanden vorbeischicken würde. Dem solle ich dann erklären, was ich brauche, und er würde in die nächste Stadt fahren, um „Nachschub“ zu kaufen. Perfekt. Bereits fünf Minuten später stand ein Mann mit seinem Motorroller neben mir. Allerdings konnte er kein bisschen Französisch, entgegen meinen Erwartungen. Mit Händen und Füssen erklärte ich ihm, was ich genau brauchte, und nach einigem hin und her brauste er davon. Kurze Zeit später tauchte ein anderer Mann auf. Es stellte sich natürlich heraus, dass der erste Mann einfach irgendjemand war, der gerade Lust auf einen Small-Talk hatte, und dass eigentlich der zweite Mann den Auftrag hatte, für mich einkaufen zu gehen. Und er konnte Französisch. Somit konnten wir das Missverständnis rasch klären – nicht zuletzt, weil er die erste Person zufälligerweise kannte.

 

Was bleibt dir in Erinnerung? 

Momente, in denen man ohne Zeitdruck, ohne jegliche Ansprüche an irgendjemand mit den verschiedensten Leuten einfach Zeit verbringen kann. Und das zu jeder Tageszeit und in nahezu jeder Situation. Was mir auch blieb, waren die langen Gottesdienste in einer Sprache, in der ich neben „Jesus“ kaum was verstand. In den Zeiten lernte ich ganz besonders, dass es nicht um mich geht, sondern um Gott, und dass wir alle zusammen vor Gott kommen, um ihn gemeinsam zu ehren.

 

Würdest du wieder gehen? 

Auf jeden Fall. Schon allein die Tatsache, dort zu sein und etwas Neues zu sehen, war eine coole Erfahrung, ganz abgesehen von der Möglichkeit, anderen zu helfen oder ihnen von Gott zu erzählen. Und es motiviert mich an jedem Ort, zu Hause, in der Familie, bei Freunden „in der Mission“ zu sein und von Gott zu erzählen.

David Haverland