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Ein besonderer Besuch

Marianne Speiss hat ihre Cousine Sibylle Coradi einen Monat lang in Südafrika besucht. Sibylle arbeitet in einem Heim für Kinder mit HIV/Aids. Marianne erzählt Folgendes von diesem Erlebnis :

„In meiner Zeit habe ich das Lambano ganz gut kennen gelernt. Lambano ist einerseits ein Zufluchtsort für kranke Kinder, welche keine oder nur mangelhafte Finanzen haben (Hospiz). Andererseits bietet es HIV-positiven Kindern mit teilweise zusätzlichen Gebrechen, keinen Eltern oder schwierigem Elternhaus ein Zuhause mit Familienanschluss und Geborgenheit (Waisenhäuser). In diesen Waisenhäusern wohnen jeweils sieben bis acht Kinder, welche mittlerweile schon recht jugendlich sind. Sie werden von einer Hausmutter betreut.

Da ich zu Hause ein Bastelgeschäft führe, war es für mich naheliegend, den Kindern etwas Kreatives mit-/beizubringen. So bin ich morgens jeweils bei den kleinen Kindern im Hospiz vorbei gegangen. Mit der Zeit liefen meine Besuche auf ein aktivierungstherapeutisches Programm hinaus – die Kinder sind meist wegen ihrer Krankheit in der Entwicklung zurück geblieben oder gar nicht richtig entwickelt. Wenn ich am Morgen in die Lounge des Hospizes gekommen bin, haben die Kinderaugen schon geleuchtet. Wenn sie dann noch etwas entdeckt haben, das ich mitgebracht habe wie z.B. Ballons, Spielsand, Perlen oder sonstiges dann war die Freude perfekt!

Nachmittags, wenn die grösseren Kinder aus der Schule kamen, bin ich jeden Tag in ein anderes der Waisenhäuser gegangen und habe ihnen viele, viele Perlen mitgebracht, aus denen wunderschöne Armbändeli, Halsketten oder Schlüsselanhänger entstanden sind. Dabei sind mir die Teens sehr ans Herz gewachsen und es entstanden wertvolle Beziehungen. Sie wollten mich fast nicht mehr gehen lassen und waren bei meiner Abschiedsparty sehr traurig. Dank meiner Heimatkirche und vielen lieben Freunden konnte ich jedem der Kinder ein schönes Abschiedsgeschenk machen. Auch alles Bastelmaterial wurde damit finanziert und ich konnte jedem der Waisenhäuser einen Betrag für spezielle Anschaffungen geben sowie einen namhaften Betrag an Lambano überweisen.

Sibylle schreibt:

Es ist in der Tat so, dass dieser Besuch bei den Kindern und im Lambano als Ganzes Spuren hinterlassen hat. Es ist mir sehr bewusst, dass meine Arbeit hier gar nicht möglich wäre ohne die Unterstützung und alles Mittragen in jeglicher Weise von euch allen zu Hause. Wenn dann die Kinder und das Lambano Besuch von zu Hause erhalten, dann hinterlässt das einen nachhaltigen Eindruck.

Ich kann bestätigen, dass wir den Stock an Bastelmaterial bereits mehrmals ersetzen mussten, weil die Produktion und Nachfrage so hoch war. Aber das Herzstück eines solchen Besuches ist natürlich die Beziehung, die daraus entsteht. Die Kinder vergessen niemanden, der sie besucht und ich muss immer wieder zahlreiche Fragen beantworten über alle und jeden, den sie kennen lernen durften.